Krankenkassen bemängeln Mundhygiene in Pflegeheimen!

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Bitte schön weit aufmachen: Barbara Bernstein aus Meißen ist pflegebedürftig, deshalb kommt Zahnarzt Dr. Thomas Breyer zu ihr nach Hause. 

Foto: Robert Michael

Krankenkassen mahnen bessere Zahnhygiene in Pflegeheimen an

Trotz besserer Vergütung hat sich die Zahnbehandlung von Pflegebedürftigen nicht verbessert. Woran liegt das?

Von Stephanie Wesely
erschienen am 19.04.2018

Berlin. Pflegebedürftige Senioren werden zahnmedizinisch nicht ausreichend versorgt. Zahnärzte suchen die alten Menschen zwar häufiger in Heimen auf, behandeln aber zu wenig. Das zeigt der neue Zahnreport, den die Barmer-Krankenkasse gestern in Berlin vorgestellt hat. Dafür wurden knapp 14 Millionen Zahnbehandlungen im Jahr 2016 ausgewertet, 371.000 von Pflegebedürftigen. Seit etwa fünf Jahren gibt es neue Leistungskennziffern, die es Zahnärzten ermöglichen, für den Besuch bei Pflegebedürftigen mehr Geld abzurechnen. Allein 2016 wurden dafür deutschlandweit 55 Millionen Euro ausgegeben. "Doch nicht einmal einfache Therapieleistungen wie Reparaturen an Zahnprothesen haben dadurch zugenommen", kritisiert Barmer-Chef Christoph Straub. Zwar habe sich der Zugang zu diagnostischen und prophylaktischen Maßnahmen verbessert. Doch das zentrale Ziel der Reform - eine bessere Zahnbehandlung von Pflegebedürftigen - sei noch nicht erreicht.

Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, bezeichnete die Zuschläge für Besuche bei Heimbewohnern deshalb als "Flop": "Die Mediziner kassieren, und der Heimbewohner hat nichts davon."

"Gründe dafür gibt es mehrere", sagt Studienautor Professor Michael Walter, Direktor der Poliklinik für zahnärztliche Prothetik an der Uniklinik Dresden. "Viele Behandlungen sind nicht im Heim, sondern nur in der Zahnarztpraxis möglich." Dazu müssten Krankenfahrten beantragt werden, was mit bürokratischem Aufwand verbunden sei. Viele Pflegebedürftige oder deren Betreuer lehnten auch Behandlungen ab, weil andere gesundheitliche Probleme überwögen oder die Einsicht in die Notwendigkeit fehle. Der Behandlungsbedarf allerdings ist hoch. "Pflegebedürftige Senioren haben eine deutlich schlechtere Mundgesundheit als gleichaltrige Nichtpflegebedürftige", sagt Straub. So sei der Anteil zahnloser Senioren in Heimen 64 Prozent höher. Pflegebedürftige hätten auch mehr Karies und häufiger Zahnfleischentzündungen.

Gute Erfahrungen gibt es mit Kooperationsverträgen, die Heime mit Zahnärzten abschließen. Im Schnitt hatte 2016 jedes zehnte Heim einen solchen Vertrag, in Sachsen jedes fünfte. In solchen Heimen wurden 20 Prozent mehr Behandlungen durchgeführt als in Einrichtungen ohne Kooperationsvertrag. Für den Vizepräsidenten der Bundeszahnärztekammer, Dietmar Oesterreich, müsste die Ausbildung der Pflegekräfte in Fragen der Mundhygiene verbessert werden. Ein Konzept dazu liege vor. Die Zahnärzte fordern die Kassen zu mehr Anstrengungen bei der Betreuung von alten und pflegebedürftigen Menschen auf. Sie würden von den Kassen systematisch benachteiligt, sagte der Chef der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Wolfgang Eßer.

Insgesamt nahmen laut Report 2016 mehr als 70 Prozent der Deutschen mindestens eine zahnärztliche Leistung in Anspruch - in Sachsen waren es sogar 77 Prozent der Bevölkerung. Im Schnitt wurden bundesweit pro Versicherten 187 Euro ausgegeben, wobei Frauen deutlich mehr Leistungen in Anspruch nahmen als Männer. Auch bei der Prophylaxe liegt der Freistaat über dem Bundesschnitt. Mehr als jeder zweite Sachse lässt sich einmal jährlich Zahnstein entfernen.

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